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Jürgen Zöller

Jürgen Zöller

Eine Band hat einen Sänger, einen oder zwei Gitarristen, Bassisten, Keyboarder und ganz hinten auf der Bühne auch noch einen Schlagzeuger. Eher selten ist der Drummer auch noch Sänger, meist darf er höchsten mal im Background rödeln. Die Beatles ließen ihren knuddeligen Ringo auch ein paar Stückchen Solo singen - meist hatten John oder Paul ihm ein Liedlein geschrieben, das in seiner musikalischen Bandbreite eher schmal war. Dave Grohl war bei Nirvana der Mann an den Drums im Hintergrund, heute bei den Foo Fighters ist er der Sänger, und das nicht schlecht. Etliche Jahre war Phil Collins ,nur' der Schlagzeuger bei Genesis - bis er Peter Gabriel als Leadsänger ablöste. Levon Helm, Drummer von "The Band", sang die Hits "The Night They Drove Ol' Dixie Down" und "Up On Cripple Creek". Und Don Henley, Drummer der "Eagles", hat mit der Gruppe und als Solist bewiesen, dass er ein klasse Sänger ist.

Manchmal ist der Drummer auch der Chef der Band. Erinnern Sie sich an die erfolgreiche britische Beat-Gruppe "Dave Clark Five"? Dave Clark war der Schlagzeuger in der Band, Sänger war Mike Smith - den kennt heute kaum noch jemand.

Der 1947 in Köln geborene Jürgen Zöller ist seit 1964 mit seinen Schlagstöcken zugange. Nach vielen eher semiprofessionellen Stationen lernte er 1976 den österreichische Produzenten Christian Kolonovits kennen, der ihn als Schlagzeuger für die Studioaufnahmen zum Wolfgang Ambros Song "Skifoan" anheuerte. Es folgten viele weitere Engagements zu Studioaufnahmen für Wolfgang Ambros und andere Interpreten und Gruppen. Mit "Supermaxx" tourte Jürgen Zöller von 1977 bis 1981 durch ganz Europa und sogar Südafrika.

Danach spielte er mit Reinhard Fendrich und Wolf Maahn ein, die er jeweils in den folgenden Jahren auf Tourneen begleitete. Auch bei deren Studioaufnahmen spielte er die Drums. Gleichzeitig wirkte er bei vielen anderen Produktionen mit und betätigte sich darüber hinaus erstmals auch als Produzent für verschiedene Frankfurter Bands ("Flatsch", "Rodgau Monotones", "Hob Goblin", "Seni").

1987 wurde er als Nachfolger des verstorbenen Schlagzeugers Pete King bei "BAP".
Lange war Jürgen Zöller neben Wolfgang Niedecken das "dienstälteste" Mitglied der Kölner Rockgruppe, mit der er um die 15 Alben und 2003 einen Kinofilm ('Viel passiert', Regie: Wim Wenders) eingespielt hat. Neben seiner Arbeit mit BAP spielte er auch immer wieder für andere befreundete Bands, so z. B. für Tony Carey, Gerd Köster's "The Piano Has Been Drinking", Matthias Baumgardt's
"All Colours" und die "Sean Treacy Band".

1996 zog er nach Karlsruhe-Durlach. 2003 gründete er "Jürgen Zöller & die Zappler", 2010 stellte Jürgen Zöller zusammen mit BAP-Gitarrist Helmut Krumminga und der Sean Treacy Band das Eagles-Cover-Projekt "Treagles" zusammen. Und ab 2012 hat er mit "Jürgen Zöller Network" wieder ein eigenes Projekt. Wer über so viele Jahre mit so vielen verschiedenen Musiker gespielt hat und mit ihnen befreundet ist, kann auf ein große ,Netzwerk'
zurückgreifen. Wenn er also ,ruft', kommen die Kumpels. 2014 trennte sich Jürgen im Guten von BAP - der Musik bleibt er weiterhin treu, z. B. mit der Band "Zöller".

Und ab Dezember 2014 gehört er zum Moderatorenstamm von "PopStop - Das Musikradio".