Making of

         

       (nach Auswertung der Charts-Platzierungen)

 

Diese Ausarbeitung soll einige Hintergrundinformationen und Anmerkungen zu dem Projekt „Die erfolgreichsten Alben liefern. Wie kam es dazu und wie wurde die Liste zusammengestellt? In den letzten Wochen wurden Euch von Frank die 100 Alben vorgestellt, die es in diese Hitliste geschafft haben. Zu allen Alben und Interpreten hat Frank noch zahlreiche Hintergrundinformationen und Anekdoten geliefert. Ich bin sicher, dass Euch die Sendungen gefallen hat.

 

Wie bereits häufiger in den Sendungen versprochen, möchte ich Euch einige Erklärungen geben, wie es die Titel in dieses Ranking geschafft haben.

Vorbemerkung

In der zweiten Hälfte der 1980er Jahre fragte der Musikjournalist Frank Laufenberg zahlreiche Kolleginnen und Kollegen aus der Medienbranche nach Ihren „Lieblingsplatten“. Aus deren Antworten wurde dann eine Hitparade der „Besten LPs aller Zeiten“ ermittelt, die auch als Buch veröffentlicht wurde. An der Bezeichnung LPs kann man erkennen, dass zu dieser Zeit die (Vinyl-) Langspielplatte der noch vorherrschende Tonträger war. Die CD war aber in ihrer Bedeutung schon stark auf dem Vormarsch und sollte bald die großen (meistens schwarzen) Scheiben als wichtigstes Medium ablösen.

 

Das Buch ist „als gebraucht“ noch immer bei Amazon zu bekommen. Darin findet Ihr neben den Auflistungen der einzelnen Beiträge auch sehr interessante Anmerkungen von Frank zu der Historie der Langspielplatte und ihre Zukunft. Dies alles natürlich aus der Sicht von 1987/1988 geschrieben. Aber vieles ist wahr geworden und wenn man die Entwicklung nach mehr als 30 Jahren betrachtet, haben sich logischerweise auch viele Veränderungen ergeben. Ich werde auf diese Thematik noch einmal ausführlicher im Kapitel „WIE“ eingehen.

Die seinerzeit befragten Personen standen oder stehen alle in Bezug zur Musik- bzw. Unterhaltungsbranche und ihre fachliche und kompetente Einschätzung ist sicherlich eine gute Basis für die Erstellung dieser Favoritenliste gewesen

Ich stehe seit ein paar Jahren mit Frank Laufenberg in Kontakt, und wir tauschen uns häufiger über die Entwicklung der populären Musik im Allgemeinen und deren Charts im Besonderen aus. So entstand die Überlegung, diese Auflistung aus den 80er-Jahren des vorigen Jahrhunderts in ähnlicher Form wieder aufleben zu lassen.

Sollte man wieder die „besten Alben“ suchen? Doch was ist ein „gutes Album“? Wenn man die heutige Jugend befragt, bekommt man sicherlich als bevorzugte Interpreten Capital Bra, Kollegah oder auch

Justin Bieber genannt. Die ältere Generation präferiert wohl eher die Amigos oder Semino Rossi. Das Spektrum der Konsumenten zwischen diesen beiden gegensätzlichen Zielgruppen ist dann sicherlich breiter gestreut und geht über alle Facetten der Musikstile.

Aber man sieht, dass es auf jeden Fall eine subjektive Meinung ist. Was der eine toll findet, ist für den nächsten Schrott und andersherum. Je größer und ausgewogener die befragte Gruppe ist, umso aussagekräftiger ist sicherlich das Ergebnis, aber das Geld und die Zeit für eine Volksbefragung haben wir leider nicht gehabt.

Daher kam von Frank der Vorschlag, einmal die „Erfolgreichsten Alben“ zu ermitteln. Doch wie kann man den Erfolg eines Albums definieren? Früher, in der analogen Welt, war es eigentlich ganz einfach: Wenn eine Platte A in einer Verkaufswoche häufiger gekauft wurde als die Platte B, war sie eben erfolgreicher und stand in den LP-Charts vor Titel B. Die am häufigsten verkaufte Platte in diesem Zeitraum war dann logischerweise der Spitzenreiter. Das konnte dann eine Woche später schon wieder ganz anders aussehen, wobei es natürlich auch Titel gab, die über mehrere Wochen und sogar einige Monate einen Spitzenplatz behaupten konnte.

Wenn man jetzt verlässliche Verkaufszahlen für alle Titel und über alle Zeiträume hinweg zur Verfügung hätte, könnte man eine wunderbare und belastbare Liste erstellen. Das ist aber leider nicht der Fall, da viele Zahlen eben nicht zu bekommen oder auch nur mit Vorsicht zu genießen sind. Speziell in Deutschland wird um die Verkaufszahlen ein Geheimnis gemacht, so dass man nur ganz sporadisch an echte Daten herankommt. Wenn man die Auszeichnungen in den USA für silberne, goldene und Platin- Platten heranzieht, steht man wieder vor einem neuen Problem: Die Auszeichnungen werden nicht für

„verkaufte“ Einheiten vergeben, sondern für „shipped“, also ausgeliefert. Die Kriterien werden immer wieder den neuen Gegebenheiten angepasst, so dass eine Goldene Platte 1965 eine ganz andere Stückzahl darstellte als vor 10 Jahren oder auch heute. Da eine Plattenfirma eine Zertifizierung beantragen und auch dafür zahlen muss, werden diese nicht konsequent durchgezogen.

Also bleibt nur die Möglichkeit, Chartpositionen für die Erstellung einer Liste der „Erfolgreichsten Alben“ heranzuziehen. Da ich in meiner Datenbank eine Menge an Material zu diesem Thema gespeichert habe, hat Frank mich gebeten, eine solche Hitparade aufzubereiten. Und diese Alben sollten dann Euch, dem verehrten Publikum, in einer Radioreihe von Platz 100 bis 1 vorgestellt werden.

Aber macht es denn überhaupt Sinn, Platten über einen langen Zeitraum und über Ländergrenzen hinweg zu vergleichen bzw. zu bewerten? Kann man Jürgen von Manger und Frank Sinatra mit Justin Bieber und den Kastelruther Spatzen in einen Topf werfen? Diese Frage kann man mit einem klaren JEIN beantworten. Um eine einigermaßen plausible und vorzeigbare Liste zu erstellen, müssen zu- nächst einige Fragen geklärt und einige Spielregeln aufgestellt werden. Dann sieht das Ergebnis meiner Meinung nach sehr interessant aus.

Es sind viele bekannte Titel und Interpreten unter den Top 100 zu finden. Bei vielen wird man sagen

„Habe ich mir doch gedacht“, bei anderen wieder „Die Platte habe ich aber weiter oben/unten er- wartet“. Oder aber „Die kenne ich ja gar nicht“ (wird nicht so oft vorkommen) und „Und wo ist jetzt eigentlich xxx?“.

Ich möchte hier ausdrücklich darauf hinweisen, dass ich all das als Hobby in meiner Freizeit mache und keinerlei Bezug zur Musik- oder Medienwelt habe. Es werden sicherlich einige kritische Stimmen laut, denen die eine oder andere Regelung nicht so richtig gefällt, aber ich hoffe, Ihr habt trotzdem viel Freude an der „Hitparade der Hitparaden“ gehabt. Ich habe mich bemüht, alles so korrekt wie möglich zu analysieren, aber es haben sich vielleicht auch  Fehler eingeschlichen. Wenn Ihr etwas findet, bitte melden!

Die „Spielregeln“

Wie ich weiter oben schon geschrieben habe, mussten im Vorfeld einige Eckpunkte geklärt werden, so dass die Auflistung ein sinnvolles und plausibles Ergebnis liefern kann.

Hierzu gehören, wie in vielen Fällen, eine Reihe von W-Fragen:

wo – wann woher - wer - wie viele -– wie und warum

Die Antworten darauf möchte ich in den folgenden Abschnitten darstellen.

  • wo: Welche Länder bzw. Märkte werden berücksichtigt?
  • wann: Für welchen Zeitraum sollen die Ergebnisse ausgewertet werden?
  • woher: Welche Quellen werden herangezogen?
  • wer: welche Alben werden berücksichtig?
  • wie viele: Hier geht es um die Anzahl der Positionen, die in die Auswertungen einfließen.
  • wie: Auf welche Art wird die Rangfolge ermittelt?
  • warum: Warum treibt man den Aufwand, eine solche Liste zu erstellen?

 

WO ?

Es gibt sicherlich zahlreiche Aufstellungen, die die Erfolge eines Albums in einem bestimmten Land widerspiegeln. Wir wollen aber hier versuchen, eine länderübergreifende Hitliste zu erstellen. Ich habe die Platzierungen in den wohl für das deutsche Publikum interessantesten Märkten berücksichtigt: Deutschland, Großbritannien und den USA.

Dabei stellte sich anfangs die Frage, ob die Erfolge in den drei Ländern mit dem gleichen Gewicht in die Punktevergabe fallen oder ob man den Platzierungen in den US-Charts durch einen erhöhten Faktor eine größere Bedeutung zukommen lassen sollte. Der Markt in den Vereinigten Staaten ist zwei bis dreimal so groß wie in Deutschland und Großbritannien, die in etwa gleichbedeutend sind. Letztendlich haben wir uns entschieden, alle Länder gleich zu behandeln.

 

 

WANN?

Wenn man der Liste den erweiterten Titel „Die Erfolgreichsten Titel aller Zeiten“ zukommen lassen wollte, muss der Bewertungszeitraum entsprechend groß gewählt werden. Die deutschen Charts starteten erst im Jahre 1962, von den US-Charts habe ich die Daten ab 1956 vorliegen. Die „offiziellen“ britischen Albumcharts beginnen 1958, obwohl auch schon Listen ab 1956 existieren. In dieser Listung berücksichtige ich die Daten ab 1958, wobei ich bei einer Neuauflage der Liste in ein paar Jahren sicherlich auch auf ältere Charts zugreifen werde. Aber ich muss sie erst einmal in meine Datenbank einfließen lassen.

 

Zusammenfassend kann man also sagen:

  • Deutschland ab Juli 1962
  • Großbritannien ab Oktober 1958
  • USA ab März 1956

Ausgewertet wurde der Zeitraum inkl. Juli 2019.

 

 

WOHER ?

Für Deutschland werden die Charts berücksichtigt, die „Der Musikmarkt“ ab 1962 ermittelt und veröffentlicht hat. Später wurden die Rechte von Media Control bzw. GfK übernommen.

In Großbritannien gab es in den 50er und 60er Jahren mehrere Musikzeitschriften, die jeweils eine eigene LP-Hitparade veröffentlichten (NME, Melody Maker, Record Mirror). Als „offiziell“ wird die Auswertung von Record Retailer angesehen, auf die wir auch zurückgreifen. Heute werden die Daten von der Official Charts Company (OCC) präsentiert.

Auch in den USA gab es mehrere Magazine, die sich mit der Veröffentlichung von Musikcharts hervorgetan haben: (z.B. Billboard, Cashbox oder Record World). Überlebt hat jedoch nur der Billboard, deren Charts bei diesem Projekt als Grundlage dienten.

 

WER ?

Ich habe die einzelnen Alben in drei Gruppen unterteilt:

  • Alben, die einem Interpreten zugeordnet werden können Unter Interpreten verstehe ich so- wohl Solo-Künstler, Duos, Bands, Orchester oder auch Kooperationen mehrerer Künstler (z.B. Eric Clapton & Steve Winwood)
  • Soundtracks und Cast-Produktionen
  • Zusammenstellung von Hits diverser Interpreten (Compilations)

Die erste Gruppe beinhaltet den Großteil der Alben und betrifft Interpreten von Aaliyah bis ZZ Top. Dazu gehören auch Soundtracks, die Songs von nur einem Interpreten beinhalten.

Soundtracks mit mehreren Interpreten und Musicals habe ich aus der Hauptliste herausgenommen. In den Anfangsjahren beherrschten diese Titel über mehrere Monate oder sogar Jahre hinweg die Charts, so dass sie in den Listungen fast alle Spitzenplätze belegen würden. Für dieses Musikgenre habe ich eine eigene Hitliste erstellt, auf die in späteren Sendungen auch noch eingegangen wird. Natürlich gibt es auf Wunsch auch eine komprimierte Liste, in der alle Titel zu finden sind.

Die Hit-Zusammenstellungen habe ich ganz unberücksichtigt gelassen. Dazu gehören aktuell beliebte Serien wie Bravo-Hits in Deutschland oder die NOW-Sampler in GB und USA. In den 60er und 70er Jahren dominierten in Deutschland die Veröffentlichungen von K-Tel oder Arcade. Ich muss gestehen, dass ich diese Sampler gerne gesammelt habe, da man für relativ wenig Geld sehr viele Hits bekam.

In den USA haben diese Sampler erst relativ spät an Bedeutung gewonnen und werden dort immer noch in den „normalen“ Albumcharts geführt. In Deutschland waren die Compilations auch zunächst in der offiziellen Hitparade integriert, werden aber seit 1979 in einer eigenen Rangliste ausgewiesen.

Im Vereinigten Königreich erfolgte diese Trennung im Jahre 1989. Hier war man dann aber direkt so konsequent, dass auch Soundtracks mit mehreren Interpreten aus den Main-Charts verbannt wurden.

Leidtragende dieser Regelung waren z.B. die Soundtracks von Pretty Woman oder Bodyguard, die so für die Gesamtwertung keine Punkte aus Großbritannien kassieren konnten.

In den letzten Jahren ist man in den britischen Charts dazu übergegangen, bestimmte Soundtracks mit diversen Interpreten doch in den offiziellen Charts zu berücksichtigen. Wenn die Schauspieler des Films selbst singen (einzeln oder auch gemeinsam), wird es jetzt als „Original Motion Picture Cast“ geführt und nicht mehr in die Compilations-Chart ausgegliedert. Nutznießer dieser Neuregelung waren z.B. die Soundtracks der Filme „The Greatest Showman“ und „Mamma Mia Here we go again“. Nachträglich wurde auch der erste Teil von „Mamma Mia“ umetikettiert, so dass er jetzt auch in den Main-Album- Charts auftauchte.

Nach zwei Jahren mit der oben genannten Regelung, ist man mit Beginn des Jahres 2020 wieder zu der alten Vorgehensweise zurückgekehrt.

 

 

WIE VIELE ?

Die ersten Überlegungen beschränkten sich auf die Platzierungen in den Top 10 in den Charts. Dann wären aber viele Titel, die sich durch Langlebigkeit ein gutes Ergebnis erkämpft haben, zu schlecht bewertet worden. Deutschland hat seit vielen Jahren eine Top 100, in UK gibt es eine offizielle, von der Official Charts Company veröffentlichte Hitparade mit 100 Positionen. In der wöchentlichen Publikation ChartPlus ist sogar eine Top 200 zu finden. In den USA existiert schon seit vielen Jahren eine offizielle Billboard Top 200.

In die Auswertung für meine Liste sind die Plätze 1 bis 50 eingeflossenin welcher Form, das seht Ihr im Kapitel WIE.

 

 

WIE ?

Wie ich in den Vorbemerkungen schon erwähnt habe, werde ich zur Erstellung der Rangliste die Chartsnortierungen heranziehen. Wie aber kann man das so gestalten, dass es einigermaßen plausibel und gerecht erscheint.

Die wöchentlichen Charts wurden früher alleine durch die Anzahl der tatsächlich verkauften LPs oder CDs ermittelt. Anfang dieses Jahrhunderts kamen dann die legalen Downloads dazu. Seit ein paar Jahren werden auch die Streamingzahlen einberechnet, so  dass am  Ende eine Mischung dieser Fakturen als Units ausgewertet werden. Eine beliebte neue Strategie, um Verkaufszahlen zu erhöhen, ist das so genannte Ticket-Bundle. Wenn man ein Ticket für ein Konzert eines Künstlers kauft, bekommt man automatisch einen Gutschein zum Downloaden des aktuellen Albums. So wird der Konsument verleitet, das Album zu laden und so den Absatz zu steigern.

Selbst wenn man sich nur einen Titel eines Albums anhört, wird das auf den Erfolg des kompletten Longplayers angerechnet. Die Umrechnung der Streamingzahlen für die Bewertung eines Albums ist recht kompliziert und soll hier nicht näher erörtert werden. Informationen dazu lassen sich im Internet finden, wobei man berücksichtigen muss, dass jedes Land eine andere Vorgehensweise hat und sich die Regeln auch immer mal wieder ändern.

Eine (in meinen Augen gute) Besonderheit gilt für die Chartsermittlung in Deutschland. Hier zählen nicht die Absatzzahlen eines Albums, sondern der damit erzielte Umsatz. Deshalb tauchen auch hier- zulande, im Vergleich zu UK und USA, recht viele Box-Sets in den Charts auf. Wenn eine komplette Album-Box mit vielleicht 10 CDs 90 € kostet, dann müssen nicht so große Mengen verkauft werden, um einen Platz in den Charts zu ergattern.

 

Anhand dieser Platzierungen habe ich dann die Hitliste ermittelt. Doch wie geht man vor? Ich habe mich dazu entschieden, für die Plätze 1 bis 50 Punktzahlen zu vergeben, deren Höhe ich nach einem für mich zumindest realistischen System ermittelt habe.

Am einfachsten wäre es sicher, nach einem rein linearen Schema für Platz 1 dann 50 Punkte, für Platz 2 folglich 49 Punkte bis zu einem Punkt für die Position 50 zu verteilen. Doch diese Verteilung entspricht nicht der Realität. Der Platz 2 würde 98% der Punkte für den Spitzenreiter bekommen, Platz 3 immer noch 96 %.

Da in den USA und Großbritannien echte Verkaufszahlen veröffentlicht werden, habe ich mir die Mühe gemacht, die Werte der letzten 22 Jahre (USA) bzw. 3 Jahre (UK) zu analysieren. Diese Zahlen habe ich auf die anderen Länder übertragen. Dabei hat sich Endeffekt nachfolgendes Punkteschema als Durchschnittswert für die einzelnen Platzierungen herauskristallisiert Platz 1 = 100 %):

 

 

 

 

 

Wie hier zu erkennen ist, kommen die Plätze 2 und 3 im Schnitt nur auf 60 bzw. 48 Prozent des #1- Albums. Das ändert sich natürlich von Woche zu Woche, aber die Zahlen oben ergeben Durchschnittswerte unter Berücksichtigung der letzten Jahre.

 

 

Wenn jemand noch nähere Einzelheiten wissen möchte, kann man mich gerne dazu kontaktieren. Eventuell könnte man noch genau ermitteln, in welchen Kalenderwochen die Verkaufszahlen besonders hoch (Weihnachtsgeschäft) oder niedrig (Sommerloch) sind. Dann könnte man diese Wochen noch mit Faktoren verfeinern.

 

Hier folgen jetzt einige Beispiele für Quellen, auf denen ich meine Wertung aufgebaut habe.

 

 

 

 

Ich hoffe, mit dieser Vorgehensweise eine gerechte Vergabe der Punktzahlen erreicht zu haben, bei der sowohl hoch platzierte als auch langlebige Titel zu ihrem Recht kommen.

Ich habe hier noch zwei Beispiele für Extremfälle (beide nicht in den Top 100 meiner Liste:

Madonna ist mit ihrem letzten Album auf #1 in den US-Charts eingestiegen, fiel dann auf die 77 und war ab dann nicht mehr in den Top 200 zu sehen.

 

 

 

Das Gegenstück ist in Deutschland zu finden. Dieses Album für Kinder gehört mit den 315 Wochen zu den Top-Titeln in Bezug auf Langlebigkeit. Es ist aber nie höher als Platz 43 gekommen. Da die Generation der Kita-Kinder ja permanent nachwächst, ist dieser Titel wohl auch noch in einigen Jahren in den Top 100 zu finden.

 

Wie oben schon erwähnt: Wenn Ihr weitere Fragen zu der Systematik habt, lasst es mich wissen. Ich möchte hier aber nicht noch mehr ins Detail gehen.

 

 

Die Besonderheiten in den Album-Charts

 

  • DE: Umrechnung Monats-/Halbmonatslisten
  • US: Mono / Stereo     Vinyl / CDs
  • US: Official Top 200 / Comprehensive Album-Chart
  • Frozen Charts

 

 

DE: Umrechnung Monats-/Halbmonatslisten

 

Während in Großbritannien und den USA von Anfang an wöchentliche Hitlisten veröffentlicht wurden, tat man sich in dieser Hinsicht in Deutschland recht schwer. Erst im Juli 1962 veröffentlichte der Musikmarkt eine Langspielplatten-Hitparade, die bis 1976 auch nur monatlich erschien. Bis September 1978 wurde dieser Rhythmus beibehalten, ab dann gibt es ein wöchentliche Album-Charts. Die Anzahl der Platzierungen war am Anfang schwankend, seit 1992 gibt es dann eine Top 100.

 

Um die Platzierungen bis 1978 vergleichbar zu machen, habe ich die monatlichen bzw. halbmonatlichen Listen auf Wochenbasis umgerechnet. Viele Statistiker gehen einfach dazu über, die letzte veröffentlichte Woche viermal bzw. doppelt zu bewerten. Das ist zwar die einfachste Lösung, in meinen Augen aber auch unlogisch.

 

Beispiel:

 

Ein Titel steht in der April-Liste auf 1, im Mai auf 12 und im Juni dann auf 34. Nach dem oben genannten Schema sähe der Chartverlauf so aus:

1 1 1 1 12 12 12 12 34 34 34 34

 

Ich bin dazu übergegangen, die Zwischenpositionen zu „berechnen“. Bei mir sähe das Ergebnis dann in etwa so aus, wobei das immer noch von anderen Faktoren abhängig ist:

 

1 3 7 9 12 18 27 31 34 39 45

 

Diese Vorgehensweise ist auch nicht absolut korrekt, aber logischer als die reinfache Duplizierung der Positionen. Hier gibt es, wie auch in den folgenden Punkten kein RICHTIG oder FALSCH. Man muss sich aber für eine Vorgehensweise entscheiden.

 

 

 

USA: Mono / Stereo    Vinyl / CDs

 

In den USA gab es in der Zeit von Mai 1959 bis August 1963 getrennte Hitparaden für Mono- und Stereo-LPs. Es gab Titel, die nur in einer der beiden Charts vertreten waren, aber auch viele, die in beiden Listen auftauchten. Da die Mono-Chart die größere Bedeutung und auch mehr Positionen hatte, ist diese zur Bewertung herangezogen. Ich habe aber geplant, diesen Zeitraum in späteren Statistiken differenzierter zu betrachten („Mischkalkulation“).

 

Ab dem 17. August 1963 gibt es für alle Alben nur noch eine Liste, die ab 1967 die noch heutige gültige Größe von 200 Positionen aufweist.

 

Mitte der 1980er Jahre gab es auch nach dem Aufkommen der CDs noch getrennte Charts für Vinyl- LPs und CDs, bevor sie dann zusammengefasst wurden.

 

 

 

Wie Ihr an dem obigen Screenshot seht, gab es sogar für einige Zeit noch Unterscheidungen in aktuelle (Action) Titel und etwas ältere (Inventory).

 

US: Official Top 200 / Comprehensive Album-Chart

 

Von 2003 bis 2009 gab es in den USA wieder mal zwei Besonderheiten: In den offiziellen Charts wurden nur die Titel berücksichtigt, die bei allen Verkaufsplattformen zu bekommen waren. Alben, die zum Beispiel nur von bestimmten Händlern bezogen werden konnten, konnten sich nicht platzieren. Als aber die Eagles im November 2007 mit Long Road Out Of Eden“ die meistverkaufte LP hatten, wurde die Regel über Nacht geändert. Eigentlich hätte der Titel nicht auftauchen dürfen, da sie nur bei Walmart verkauft wurde. Aber so wurde sie zu einem #1-Album.

 

Ebenfalls ab 2003 wurden Titel, die ein „bestimmtes Alter“ erreicht hatten, auch nicht mehr in den Top 200 geführt. All die ausgeschlossenen Titel tauchten neben den zugelassenen Titeln nur in den sogenannten „Comprehensive Charts“ auf. Diese wurde aber in der Print-Ausgabe des Billboard überhaupt nicht berücksichtigt, sondern war nur online verfügbar.

 

Als dann 2009 Michael Jackson starb, waren all seine alten Alben, so wie auch in Deutschland und Großbritannien, auf den Spitzenplätzen der Verkaufscharts zu finden. In den USA belegte er für einige Zeit die Plätze 1 bis 3. Da dies aber alles Platten waren, die die zulässige Altersgrenze überschritten hatten, tauchten sie in den offiziellen Top 200 nicht auf, sondern nur in den bereits erwähnten

„Comprehensive Charts“. Kurz danach wurde diese Regelung dann auch aufgehoben, so dass es keine Beschränkung bei den Zulassungen mehr gab.

 

Die Titel, die dieser Regelung in den Jahren 2003 bis 2009 zum Opfer gefallen sind, werden natürlich in meiner Auflistung benachteiligt. Auch hier steht die Überlegung im Raum, in Zukunft vielleicht auf die erweiterten Daten zuzugreifen. Aber das sind eben nicht die offiziellen Charts.

 

 

 

Frozen Charts

 

In früheren Zeiten wurden die Charts-Platzierungen noch nicht vom Computer ermittelt, sondern wurden durch eine Vielzahl von Mitarbeitern händisch zusammengestellt. Um diesen fleißigen Menschen auch ein schönes Weihnachtsfest mit ihren Familien zu ermöglichen, verzichtete man in der Woche nach den Feiertagen auf das Erstellen einer aktuellen Verkaufshitparade. Manche Charts weisen hier dann eine Lücke von einer Woche auf, andere haben die zuletzt ermittelten Ergebnisse in den

Frozen Charts“ einfach noch einmal benutzt.

 

Um eine Gleichheit bei den Auswertungen zu erreichen, habe ich grundsätzlich eine eingefrorene Woche berücksichtigt, auch wenn sie offiziell nicht in dieser Form veröffentlicht wurde.

 

 

 

Fazit:

 

Diese Regularien habe ich nach meinen persönlichen Vorstellungen aufgestellt. Solange mich niemand von einer gerechteren Lösung überzeugen kann, werde ich sie beibehalten. Aber man ist ja lernfähig.

 

WARUM ?

Diese Frage ist am einfachsten zu beantworten: Weil es Spaß macht.

Ich notiere und analysiere die Charts der drei Länder seit mehr als 50 Jahren. Zunächst in Ringbüchern, dann auf Karteikarten (Deutschland gelb, GB grün und USA rot, gesamt blau) und schließlich -durch meinen Beruf- in Datenbanken auf Computern der unterschiedlichsten Rechnergenerationen. (Cobol, dBase, Oracle und jetzt Microsoft Access)

Was ich am Anfang nur für mich allein erstellt habe, konnte ich durch die Möglichkeiten des aktuellen Computerzeitalters auch anderen „Verrückten“ zugänglich machen. Dass eine von mir generierte Auswertung einmal als Grundlage für eine Radiosendung des Chart-Experten Frank Laufenberg dienen soll, ist natürlich ein schöner Lohn für die investierte Zeit (und das investierte Geld).

Ich hoffe, Ihr findet die Auflistung interessant und bekommt Lust auf mehr. Zusätzlich zu der „Großen Liste“ habe ich noch Detaillisten für einzelne Länder oder Dekaden anzubieten. Dadurch, dass ich alle Daten im Computer gespeichert habe, lassen sich die gewünschten Informationen „auf Knopfdruck“ generieren.

Ich werde sicherlich in Zukunft auch weiterhin als den Statistiken basteln und Anregungen und Verbesserungsvorschläge von Eurer Seite aufnehmen.

Ihr könnt gerne unter vdw56@gmx.net Kontakt mit mir aufnehmen oder auch mal meine Webseite www.chart-history.net besuchen

Volker

 

Die POPSTOP-Partner